Raiatea

[Sebastian 14.07.2015]

Nach 50min (nahezu) Blindflug nach Rarotonga landen wir weitere drei Flugstunden später auf Tahiti und damit fast schon wieder in Deutschland. Immerhin gehört Französisch Polynesien als Überseegebiet zum Nachbarland Frankreich mit dem kuriosen Effekt, dass die Region verwaltungstechnisch nicht zur EU gehört (irgendwie logisch) aber die knappe Viertelmillion Einwohner als französische Staatsbürger einen Sitz des Europaparlaments wählen (irgendwie schräg). Das ganze Gebilde besteht aus mehreren Inselgruppen, die sich über eine ähnliche Fläche wie Europa verteilen. (Wir wollen uns die Gesellschaftsinseln, zu der auch Tahiti gehört, ansehen. Genauer gesagt – und ihr wollt es doch immer genau wissen – die Windward Islands, nicht zu verwechseln mit den Leeward Islands.) Es gibt eine eigene Flagge und eine eigene Währung (Pazifischer Franc – XPF), die fest an den Euro gekoppelt ist und für alle Immerallesbesserwisser: Die Hauptstadt auf der größten Insel Tahiti heisst Papeete.

Um ein Gefühl für die Dimensionen der Region zu bekommen: Wir fliegen gerade mal in die Normandie.

Um ein Gefühl für die Dimensionen der Region zu bekommen: Wir fliegen gerade mal in die Normandie.

Ansonsten ist man hier sehr stark von den französischen Zuwendungen abhängig und das Leben ist stark französisch geprägt: französische Autos, Baguette etc. Wir erleben beim Einkaufen einen regelrechten Kulturschock: ein vollsortierter Supermarkt mit reichhaltiger Auswahl an Aufschnitt und Käse. Das sind wir nach zwei Monaten im Südpazifik gar nicht mehr gewohnt (und auch Asien und Neuseeland waren diesbezüglich etwas eingeschränkt und/oder sehr teuer). Da wird erst mal geschlemmt.

Da Tahiti außer dem klangvollen Namen nicht viel zu bieten hat (im Vergleich zu den anderen Inseln), fliegen wir tags darauf gleich weiter nach Raiatea (vorbei an Moorea und Huahine).

Huahine sehen wir nur im Vorbeiflug. Man kann eben nicht alles haben.

Huahine sehen wir nur im Vorbeiflug. Man kann eben nicht alles haben.

Die Insel teilt sich mit der nördlich gelegenen Insel Tahaa ein gemeinsames Saumriff. Der Charakter hier ist deutlich anders als auf den Cooks oder Fiji: Das Riff ist sehr weit draußen und zwischen Festland und Riff sind sehr breite und tiefe Passagen. Überall ankern Yachten in der Lagune. Die Insel ist DAS lokale Zentrum für Charteryachten, da man vor hier viele umliegende Inseln gut erreichen kann. Unsere Unterkunft ist wieder mal traumhaft: ein schöner, palmengesäumter Bungalow direkt am Wasser mit Blick aufs Riff, Tahaa und in Richtung Sonnenuntergang Bora Bora. (Wieder mal beim Buchen alles richtig gemacht – Tripadvisor sei Dank.)

Unser Unterkunft ist wieder einmal traumhaft gelegen.

Unser Unterkunft ist wieder einmal traumhaft gelegen.

Vier Tage (5 Nächte) sind verglichen mit dem Reisestil der letzten Wochen nicht viel und wollen daher intensiv genutzt werden. Wir machen (wieder mal) eine ausgedehnte Schnorcheltour zum Coral Garden mit leckerem Picknick auf einer Motu und besichtigen eine Muschelfarm und eine Vanilleplantage (neben dem Tourismus die bedeutendsten Wirtschaftszweige). Interessanterweise ist die frische Vanille im Souvenirshop sogar etwas teurer als in Deutschland.

Unter Wasser gibt es wieder so viel zu sehen ...

Unter Wasser gibt es wieder so viel zu sehen …

... z.B. Schwärme neugieriger Butterfly-Fische ...

… z.B. Schwärme neugieriger Butterfly-Fische …

... oder blau gestreifte Anemonenfische (Nemos) ...

… oder blau gestreifte Anemonenfische (Nemos) …

... und über Wasser ist der Blick auf Bora Bora auch nicht zu verachten.

… und über Wasser ist der Blick auf Bora Bora am Horizont auch nicht zu verachten.

Riffhaie: imposant aber (angeblich) harmlos.

Riffhaie: imposant aber (angeblich) harmlos.  Josephina und ich haben uns  zu Fuß reingewagt.

Und weil’s so schön war, gehen wir gleich noch mal schnorcheln und lassen uns auf einer Motu zum Picknicken (mit leckerem selbstgebackenen Kuchen) absetzen. Wir sehen wieder ganz viele (blaugestreifte) Nemos und sogar einen Feuerfisch.

Man kann die Farbenpracht unter Wasser kaum auf Foto bannen.

Man kann die Farbenpracht unter Wasser kaum auf Foto bannen.

An Picknick auf einer Motu kann man sich gewöhnen.

An Picknick auf einer Motu kann man sich gewöhnen.

Nicht das beste Foto, aber keiner von uns hatte Lust, den Feuerfisch aus seinem Versteck zu scheuchen.

Nicht das beste Foto, aber keiner von uns hatte Lust, den Feuerfisch aus seinem Versteck zu scheuchen.

Im Juli ist überall in Französisch Polynesien Heiva. Das ist ein großes Tanzfestival, bei dem sich die besten Tänzer und Musiker der Inseln miteinander messen. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Uns gefällt die Show sehr gut.

Trotz französischer Dominanz, wird die polynesische Kultur sehr gepflegt.

Trotz französischer Dominanz, wird die polynesische Kultur sehr gepflegt.

Schon die Jüngsten sind mit  großem Elan dabei.

Auch die Kinder sind mit großem Elan dabei.

Dann bleibt noch etwas Zeit, die Insel per Mietwagen zu umrunden (weniger interessant als gedacht), den Badesteg und die Kayaks direkt vor der Tür auszuprobieren und natürlich weiterhin fleißig Sprachen zu lernen.

Dieser Versammlungsort war in voreuropäischer Zeit das wichtigste spirituelle Zentrum für die ganze Region bis zu den Cook Inseln.

Dieser Versammlungsort war in voreuropäischer Zeit das wichtigste spirituelle Zentrum für die ganze Region bis zu den Cook Inseln.

Morgen geht’s dann den kleinen Hüpfer (ca. 80km) rüber nach Bora Bora.

Ach ja, falls ihr Euch fragt: Ich konnte meine kleinen, liebgewordenen Vorurteile bezüglich unserer Lieblingsnachbarn diesmal nicht bestätigen.

3 Gedanken zu „Raiatea

  1. Stefanie

    Hallo ihr Weltenbummler,
    glücklicherweise haben wir trotz wochenlangem Poststreik eure schöne Karte erhalten. Vielen lieben Dank dafür und für die tollen Bilder, die wir hier zu sehen bekommen. Allmählich weiss ich nicht mehr, wo ich zuerst hinreisen möchte, wenn Marlene aus dem gröbsten raus ist …

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  2. Sigrid

    Wieder traumhafte Bilder.So dicht bei den Fischen.Ich vermisse. nur Basti bei der Tanzshow.Weiter eine tolle Reise!!L.G.Sigrid

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  3. Ingrid&Dieter

    Moin zusammen,
    hier ist es inzwischen früh am Morgen, also 0:30 Uhr und ich habe gerade noch den neuen Beitrag im Blog entdeckt. Es sind ja wieder tolle Bilder und Berichte. Weiterhin viel Spaß und Erholung auf eurer Reise wünscht euch Opa Dieter aus Schwerin
    (Oma schaut sich den Blog morgen an)

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