Penang – Georgetown

[Christina – 11.01.2014]
Der Reiseabschnitt Nordmalaysia beginnt und endet für uns mit einer abenteuerlichen Busfahrt. Auf der Hinfahrt gibt unser Bus den Geist fast auf (nur die ersten vier Gänge funktionieren) und wir tuckern mit hoher Drehzahl und niedriger Geschwindigkeit Richtung Georgetown. Zwischenzeitlich versuchen sich zwei Leute mit Schraubenschlüsseln an einer Reparatur, das ist aber leider nicht von Erfolg gekrönt (der Bus fährt los und dreht nach 10 Minuten wieder um). Wir müssen also den Bus wechseln. Statt versprochener 4½ Stunden sind wir insgesamt 8 Stunden unterwegs und froh, dass dann letztendlich die Unterkunft einen guten Eindruck macht (hier gibt es zum Glück keine ungebetenen Haustiere).

Unsere Unterkunft in Penang

Unsere Unterkunft in Penang

Am nächsten Tag starten wir unsere Erkundung von Georgetown und der Insel Penang. Die Stadt ist faszinierend und sehr multikulturell geprägt (es wohnen dort besonders viele chinesische Einwanderer). Es gibt zu unserer Freude viele Coffeeshops und nette Restaurants und alles macht einen gepflegten Eindruck. Das asiatische Essen ist uns etwas über und daher versorgen wir uns hauptsächlich selbst. Unser Vermieter ist so nett, uns einen Toaster zu besorgen (denn die angepriesene vollausgestattete Küche besteht tatsächlich nur aus einer Kochplatte mit einem Topf im Hinterraum), so dass es abends meistens Toast mit Käse, Frischkäse (wir haben hier sogar Buko gefunden) und Wurst gibt. Morgens dürfen wir in der benachbarten Galerie frühstücken. Darauf freuen wir uns jeden Morgen, denn die Galeristin und ihr Mann sind sehr nett (und können sehr gut Englisch sprechen, was die Verständigung angenehm macht) und kümmern sich sehr um unser Wohlergehen (nachdem Josephina am ersten Tag fast nichts essen wollte, gab es am zweiten Tag andere sehr leckere Dinge wie Roti Canai und Drachenfruchtgelee und Kuchen und Apfel und das Ehepaar war sehr erleichtert, dass es Josephina schmeckte). Die Kinder werden gleich zweimal zum Basteln und Malen eingeladen und gestalten echte Kunstwerke – ich war total begeistert von der Gastfreundschaft. (Wir mussten dann allerdings zu 5 verschiedenen Postämtern laufen, bis wir eins gefunden hatten, das geöffnet war und zu einem erschwinglichen Preis die Bilder nach Hause befördert.)

Mächtig stolze Kinder mit Schmetterlingsbildern.

Mächtig stolze Kinder mit Schmetterlingsbildern.

Auch an Ausflugszielen mangelt es nicht. Wir besuchen natürlich den Teil der Stadt, der 2008 UNESCO Weltkulturerbe geworden ist (ein Gewirr aus Straßen und Gässchen, viktorianischen Kolonialbauten, Moscheen, Kirchen und Tempeln). Eine Besonderheit der Stadt sind die vielen Kunstwerke an den Hauswänden, wo sich etliche Künstler verewigt haben und so machen wir uns auf die Suche nach vielen dieser Bilder.

Zum Fotografieren muss man Schlange stehen - so groß ist der Andrang.

Zum Fotografieren muss man Schlange stehen – so groß ist der Andrang.

Hier wohnen viele chinesische Einwanderer in aufgestelzten Wohnhäusern.

Hier wohnen viele chinesische Einwanderer in aufgestelzten Wohnhäusern.

Typisch Georgetown - nette restaurierte Häuser.

Typisch Georgetown – nette restaurierte Häuser.

Unser Geschmackssinn wird dann auf der Tropical Fruit Farm herausgefordert. Sebastian probiert Muskatnusssaft und wir stürmen das leckere Obstbuffet. Hier in Malaysia wird übrigens das Fruchtfleisch der Muskatnuss verwendet und die rote Hülle, die den Kern umgibt. Das, was wir zu Hause über den Grünkohl reiben (also die eigentliche Nuss), wird hier weggeworfen. Und wusstet ihr, dass eine Ananas nur einmal nach 6 Monaten Wachstum eine Frucht trägt? Dann kann man die Pflanze auf den Kompost werfen und eine neue einpflanzen. Ganz schön aufwändig, aber natürlich sehr lecker. Und auch Bananen tragen nur einmal und sind dann einfach nur noch sehr viel Biomasse (wobei Bananenblätter immerhin noch für alle möglichen Verpackungszwecke verwendet werden oder direkt als Teller). Aber im Gegensatz zu Ananas treiben Bananen von selbst neu aus und sind nicht ganz so pflegeintensiv.

All you can eat!

All you can eat!

So ein Bananenblattteller ist sehr dekorativ, nicht wahr?

So ein Bananenblattteller ist sehr dekorativ, nicht wahr?

Unseren Geruchssinn testen wir natürlich auch und machen uns über tropische Gewürze schlau. Jetzt weiß ich endlich, wie unscheinbar eine Pfefferpflanze aussieht und wie Vanille angebaut wird. Dank deutschem Audioguide können auch die Kinder das neue Wissen in sich aufsaugen. Der “tropical spice garden” ist wirklich sehr interessant angelegt und auf jeden Fall einen Besuch wert – zumal direkt am Ausgang ein Strand wartet und die Kinder dort noch einmal vergnügt ins Wasser springen und planschen dürfen.

Wir sind da, wo der Pfeffer wächst.

Wir sind da, wo der Pfeffer wächst.

Dank deutschem Audioguide macht die Tour richtig Spaß.

Dank deutschem Audioguide macht die Tour richtig Spaß.

Aber das beste, schönste und wichtigste Ereignis der vergangenen zehn Tage war natürlich mein Geburtstag! Ich werde mit Tee, Kerzenlicht, einigen Geschenken und einem dreistimmigen „Happy Birthday to you“ geweckt. Nach dem Frühstück fahren wir zu einem Freizeitpark und haben sehr viel Spaß beim Kokosnusspalmenklettern (Josephina schafft es am Weitesten), Labyrinth erkunden, Ziplining (mein Favorit), Reifenrutschen und anderen Herausforderungen. Abends gönnen wir uns ein lecker Essen in einem kleinen Restaurant (Jawi House) mit lokaler Küche – wir bestellen 4 Gerichte und jeder darf von allem probieren. Es schmeckt vorzüglich und ein Nachtisch (u.a. rote Waffeln nach Art des Hauses) passt auch noch rein.

 

Es gab sogar ein Törtchen für mich!

Es gab sogar ein Törtchen für mich!

Das war hart für Sebastian - das iPhone musste ins Schließfach.

Das war hart für Sebastian – das iPhone musste ins Schließfach.

Richtiger Futterneid kommt dann am kommenden Abend im Restaurant „Lecker Ecke“ auf. Es gibt endlich mal wieder richtig deftiges Bauernfrühstück, Wurstplatte und Milchreis. Mmmmhhhh! Wie wenig einen doch glücklich machen kann.

Die nächste Hauswand ist kein Hindernis mehr für uns.

Die nächste Hauswand ist kein Hindernis mehr für uns.

Nach zehn Tagen Entspannung wartete nun die nächste abenteuerliche Busfahrt auf uns. Wir sollten um 11:30 Uhr von unserem Guesthouse abgeholt werden („nein, eine Adresse brauchen Sie uns nicht geben, wir kennen das Guesthouse“) und nach 3½ Stunden Fahrt an unserem Ziel ankommen. Gegen 12 Uhr habe ich dann mal vorsichtig bei der Firma angerufen und gefragt, wo der Bus bleibt. Nun, der Busfahrer hätte uns nicht gefunden und sei wieder losgefahren, aber er dreht noch einmal um, um uns einzusammeln (na zum Glück). Nach weiterer Wartezeit und einem weiteren Anruf, stellt sich dann heraus, dass der Bus beim Old Penang House gewartet hat – wir waren jedoch im Penang Old House untergebracht (so viel zum Thema Adresse ist nicht notwendig). Schöne Sauce. Unser Vermieter erklärt dann dem Busfahrer direkt in der Landessprache, wie er das Guesthouse finden kann (kann ja nicht so schwer sein, ist nur 4 Minuten entfernt laut unserem Navi). Wieder ungeduldiges Warten (ist ja nur die Mittagshitze). Wieder kommt niemand, der Busfahrer hat sein Handy ausgeschaltet und nur noch die Mailbox geht ran. Dann gegen 13:30 Uhr erreichen wir den Busfahrer wieder – der uns seelenruhig mitteilt, er hat das Guesthouse einfach nicht gefunden und ist jetzt losgefahren (nein, er hat es nicht für nötig gehalten, noch einmal anzurufen, um uns das mitzuteilen *ggrrrr*). Zum Glück ist unser Vermieter so nett, uns zum Busbahnhof zu bringen, wo wir tatsächlich noch einen Bus erwischen, der dann auch nur weitere 6½ Stunden bis in die Cameron Highlands braucht (reine Fahrzeit 3½ Stunden, den Rest verbringen wir mit Warten auf Busbahnhöfen). Aber es hat ja keiner gesagt, dass es Spaß macht *grins*.

3 Gedanken zu „Penang – Georgetown

  1. Sigrid

    Vielen Dank für euren bunten Bericht.Ihr schult ja wirklich alleure Sinne.Ich freu mich auch immer neues zu lernen.Über das Leben der Ananas werde ich auch meinen Kindern erzählen.Über die Karte hab ich mich sehr gefreut.Sie hat einen zentralen Platz an der Pinnwand bekommen.Ich hatte ja ein wenig Angst,dass ich nie ein Quiz gewinne.Weiterhin bunte Tage mit leckerem Essen wünscht euch Sigrid

    Antworten
  2. Anne & Dieter

    Liebe kleine Dschungelprinzessin,
    deine Urwalderkundung hört sich spannend an … dankeschön für deinen Bericht.
    Hallo euch allen, wir haben uns sehr über Tines neuen Bericht gefreut. Damit bekommen wir eine kleine Vorstellung, was im Land – wo der Pfeffer wächst – so geschieht. Wie schmeckt übrigens Muskatnusssaft, Basti? … und JoJo, eure selbstgestalteten Bilder sind wunderschön … eure Oma ist total begeistert. Christina, dir wünschen wir, dass DEIN Sommergeburtstag lange in dir nachklingt. Liebe Grüße für euch senden
    OPaDieter & OMaAnne

    Antworten
  3. Ingrid&Dieter

    Hallo ihr Lieben, das ist wieder ein ganz toller Beitrag mit spannenden Geschichten und super Bildern. Unsere Favoriten für die Kalenderbilder sind die künstlerischen Arbeiten und das Bananenblattmenü, vielleicht passt auch die Kletterattacke noch drauf.
    Wir haben natürlich auch den Blogg der Dschungelkönigin gefunden und gelesen. Auf der Seite können wir leider keinen Kommentar eingeben. Deshalb an dieser Stellen unseren Dank an Josephina für den interessanten Beitrag. LG aus Schwerin Opa & Oma

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar zu Sigrid Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>