Golden Bay

[Christina – 04.03.2015]
Die Wettervorhersage für die Golden Bay ist eher schlecht, so dass wir uns schon auf eine sehr ruhige Woche einstellen, die wir in einem sehr schönen recht einsam gelegenen Hostel verbringen wollen. Das Wetter hält allerdings nicht, was es verspricht (es gibt nur am ersten Tag vormittags etwas Regen, ansonsten scheint die Sonne und es ist traumhaft schön) und so nutzen wir jeden Tag für Ausflüge und haben mal wieder eine erlebnisreiche Woche.

Nur eine Stunde später konnte man hier nur noch schwimmen.

Nur eine Stunde später konnte man hier nur noch schwimmen.

Schon am Tag unserer Ankunft werden wir mit einem „potluck“ überrascht (jeder im Hostel stellt etwas aufs Buffet und man isst gemeinsam und kommt ins Gespräch). Die Auswahl ist riesig (und zu meiner Freude haben ganz viele Leute Nachtisch gemacht – lecker!!!) und wir futtern uns durch Reispapiertaschen, Curry, Nudeln mit Avocado-Pilz-Sauce, Himbeerquark, Zimtschnecken, Mousse au chocolat und Grießbrei mit Erdbeeren (der kommt von uns). Einfach lecker und eine supertolle Idee.

In der Hostelküche lassen sich leckere Sachen zaubern.

In der Hostelküche lassen sich leckere Sachen zaubern.

Die Golden Bay ist das nördlichste Ende der Südinsel (und für Alles-Besser-Wisser: das nördlicher liegt als das südlichste Ende der Nordinsel). Bei unserer letzten Reise haben wir diesen Part komplett ausgelassen und nehmen uns nun entsprechend viel Zeit hier. Die Landschaft ist geprägt von bewaldeten Hügeln und je nach Ebbe und Flut kilometerbreiten Stränden. Im Norden hat sich eine ca. 35km lange Sandnehrung (farewell spit) gebildet, so dass der dahinter liegende flache Teil bis zu 10km trocken fällt, wenn Ebbe ist. Dort stranden leider auch immer wieder Wale, die sich in diese Bucht verirren (wie gerade vor kurzem wieder 140 Tiere). Aber es nisten auch mehr als 30 verschiedene Vogelarten dort, die teilweise um den halben Globus fliegen, um hier ihren Winterurlaub zu verbringen (genau wie wir).

kilometerlange menschenleere Strände

kilometerlange menschenleere Strände

Auf diesen Teil der Bucht darf man allerdings nur mit einer geführten Tour, die wir dann auch gleich buchen – jedoch für Ende der Woche, da wir leider die Woche erwischt haben, in der die Ebbe früh morgens stattfindet und damit auch alle Touren sehr früh starten. Wir fahren an diesem Tag mit einem speziellen Bus den gesamten schmalen Küstenstreifen entlang bis zum Leuchtturm und sehen Robben, ganz viele Vögel (teilweise mit Jungtieren) und dürfen auf eine große Düne laufen, von der aus man rechts die Golden Bay und links die Tasmanische See sieht – ein toller Blick und interessanter lehrreicher Ausflug.

Durfte man in den Hostentaschen eigentlich so viel Sand mitnehmen?

Der Sand hier ist sehr fein und die Dünen wandern jedes Jahr etwa 1m.

Aber der Reihe nach: am ersten Tag nach unserer Ankunft machen wir uns auf den Weg zum Whakariki Beach – dort kann man bei Ebbe Robbenbabys beobachten. Leider verpassen wir diese bei der morgendlichen Ebbe, weil wir den Menschengrüppchen am Strand in die falsche Richtung gefolgt sind. Also fahren wir abends (da ist das Wetter auch viel besser) noch einmal zum Strand und sehen, wie die kleinen neugierigen Babys am Strand entlang robben und in einem natürlichen Pool spielen. Teilweise sind sie so neugierig, dass sie sich auf Handbreite an die Menschen herantrauen. Die Robbenbabys spielen so ausgelassen, dass wir eine ganze Stunde zugucken, bevor wir zurück ins Hostel fahren.

Wer hat da mehr Respekt?

Wer hat da mehr Respekt?

Ein neugieriger kleiner Kerl.

Ein neugieriger kleiner Kerl.

Etwas südlich der Golden Bay liegt der Abel Tasman Nationalpark (ein Strandparadies). Dort kann man eine 5-Tages-Wanderung am Strand und an der Steilküste entlang machen. Wir entscheiden uns jedoch für eine Tageswanderung und fahren dann mit dem Wassertaxi zum Ausgangspunkt zurück (mit dem Auto müssen wir jeweils 12km Gravelroad fahren – puuhhh, aber der Tag hat sich gelohnt). Auch zu dieser Wanderung müssen wir früh aufbrechen, da wir eine Stelle überqueren müssen, die nur bei Ebbe trocken fällt. Naja, fast trocken. Ein paar Priele gibt es schon, für die man die Schuhe ausziehen müsste…

hier

… müsste, aber nicht alle haben Lust auf Schuhe aus- und wieder anziehen.

Unser Zielstrand ist sehr schön (von der Farbe her wie Semmelbrösel) und passt damit super zum türkisfarbenen und teils sehr dunkelblauen Wasser, das in großen Wellen an den Strand rauscht. Auch ein Café gibt es am Strand und so genießen wir Cappuccino und Bananenkuchen. (So ein bisschen Zivilisation ist doch schon ganz angenehm.)

Die Farben sind einfach unglaublich schön.

Die Farben sind einfach unglaublich schön.

Das unter anderem klarste Wasser der Welt findet sich ebenfalls in der Golden Bay – die Waikoropupu Springs. Es brodelt dort wie in einem Kochtopf und man kann dank des klaren Wassers, das bläulich schimmert, sehr weit bis zum Grund gucken und sieht alles total klar und deutlich. Ein tolles Schauspiel, das man nach einem kurzen Spaziergang bewundern kann. Wir schauen uns dann auch gleich noch die alte Hydro-Powerstation an, in der früher und heute wieder (für die Touristen) Strom produziert wird. Der Fluss wird umgeleitet und dann ca. 100m tief durch ein Fallrohr zu einer Turbine geleitet. Für Jonathan ist das extrem spannend wie alles, was mit Technik, Zahnrädern, Gelenkwellen und Ähnlichem zu tun hat.

Die Quellen haben einen leichten Salzgehalt.

Die Quellen haben interessanterweise einen leichten Salzgehalt.

Jonathan gibt dann auch den Ausschlag dafür, zur Lachsfarm zu fahren, da er ein ausgesprochener Fan dieses leckeren Fisches ist. In der Anatoki Salmon Farm kann man seinen Lachs aber nicht einfach nur kaufen, sondern man kann ihn selbst in einem Teich angeln und zugucken wie er filetiert und mit einer selbstgewählten Gewürzmischung geräuchert wird. Ohne Köder haben die Kinder am Anfang keine Chance, aber dann bekommen sie Köder geschenkt und ruckzuck baumelt an jeder Angel ein Fisch und wir haben glückliche Kinder und Abendessen für zwei Abende. Während wir warten, dass der Fisch geräuchert wird, können wir ganz entspannt unseren Kaffee trinken.

Mit viel Geduld werden die Angeln immer wieder ins Wasser geworfen.

Mit viel Geduld werden die Angeln immer wieder ins Wasser geworfen.

Bis es endlich geklappt hat.

Bis es endlich geklappt hat.

Am Samstag wartet noch ein besonderes Highlight – es ist genügend Wind zum Strandsegeln – zumindest für die Kinder. Wir dürfen nur als Wendefahne herhalten und so heizen die beiden mit den dreirädrigen Gefährten immer um uns herum. Nach ein paar Versuchen funktioniert das dann auch wirklich gut und die beiden wollen erst wieder aussteigen, als ihnen die Hände von der Schot wehtun. Daher fahren wir noch zu dem nahegelegenen Wainui Wasserfall und die Kinder dürfen im eiskalten Wasser baden und ihre Hände kühlen.

Der Wind stand perfekt zum Strand.

Die Blowkarts können ganz schön schnell werden.

Und dann ist die Woche auch schon wieder rum und es geht weiter nach Nelson. Auf dem Weg nach Nelson wollen wir aber noch den Südzipfel des Abel Tasman Nationalparks erkunden und Kanu fahren. Leider geht das erst ab 10 Jahre und so paddeln wir ein wenig in der Bucht rum und ich versuche ich mich im Stand-up-paddling.

Ich spiele Fähre für die Kinder und bringe sie zur Badeinsel.

Ich spiele Fähre für die Kinder und bringe sie zur Badeinsel.

Neben einem schönen Spielplatz entdecken wir dann noch eine Minigolfanlage, an der wir natürlich nicht vorbeikönnen. Sebastian und ich spielen punktgleich und so ist der Familienfrieden gewahrt :-).

Treffer!

Treffer!

In Nelson gibt es in unserem nächsten Hostel ein ganz besonderes kostenloses Angebot. Und auf vielfachen Wunsch gibt es daher nun das nächste Rätsel: Welches besondere Angebot ist das? (Es winkt wieder eine Postkarte für die richtige Antwort.)

 Bild folgt, wenn ihr die Lösung habt!

Hier in Nelson haben wir vor 12 Jahren unsere Bonecarvinganhänger geschnitzt. Das wollten wir diesmal wieder tun und auch die Kinder waren Feuer und Flamme für diesen Werkunterricht. Also haben wir nach alter Maorisitte diesmal die Anhänger füreinander geschnitzt. Ebenfalls Maoribrauch ist es, die Anhänger nun eine Weile zu tragen, bevor man sie dann weitergibt. Dann ist der Anhänger nicht nur selbstgemacht, sondern enthält auch noch Mana (ein Stück Seele) des Schenkenden.

Knochenrecycling = Kunst

Knochenrecycling = Kunst

Als nächstes geht es nach Hopewell zum bestbewerteten Backpacker aller Zeiten. Wir sind gespannt.

Sicherheitshalber gehen auch die Kinder alleine über die Brücke.

Sicherheitshalber gehen auch die Kinder alleine über die Brücke.

6 Gedanken zu „Golden Bay

  1. Mandy

    Hallo ihr Lieben! Es ist sehr schön von euch zu lesen. Neuseeland hat eine tolle Landschaft. Ich denke, euer Hotel in Nelson bietet euch tatsächlich abends die kostenlose Suppe an

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  2. Ingrid&Dieter

    Heute am Sonntag, nachdem ich von meiner kleinen Weibertour aus Warnemünde zurück bin, komme ich endlich dazu meinen Kommentar zu eurem wieder gelungenen Beitrag abzugeben. Gelesen habe ich ihn natürlich sofort nach Erscheinen! Wie wir sehen konnten hat sich seit eurer Hochzeit nichts verändert: Sebastian lässt sich immer noch gerne Huckepack herumtragen;o))
    Neuseeland hat wirklich eine abwechslungsreiche und faszinierende Landchaft, wie eure tollen Fotos das immer wieder beweisen. Beeindruckt sind wir vom Foto, auf dem die Kiddis Blowkart fahren. Alle Achtung! Und die Weite da Strandes – das ist schon toll!
    Wir freuen uns schon auf den nächsten Beitrag. GLG von Dieter&Ingrid

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  3. Sigrid

    Toll wieder eure anschaulichen Eindrücke.Ich finde die Farben immer wieder beeindruckend und ihr habt immer kurze Sachen an!!Endlich wieder eine Preisfrage.Von Ingrid und Dieters Vorschlägen entscheide ich mich für die Sauna.Bitte denkt daran,dass ich auch gerne gewinne.Habe mich natürlich über euer Unentschieden für beide gefreut.L.G. Sigrid aus dem regnerischen Berlin

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  4. Anne & Dieter

    Hallo ihr Kiwis,
    ist das wieder schön zu lesen. Diese Farben sind bezaubernd und was ihr alles entdeckt. Übrigens, starke Christina … oder war das andersherum, Basti? Und Josephina, du hast fotografiert?! Jonathan, wieviel Unterrichtsfächer habt ihr denn jetzt mittlerweile? Für uns kommt jetzt die Rätselstunde … unser Tipp ist:
    Anne frisches Brot
    Dieter frische, gekochte Muscheln
    Liebe Grüße auf die andere Seite der Erdkugel von den Kopfstehern
    (… oder war auch das andersherum?)

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  5. Ingrid&Dieter

    Wir entscheiden uns dann doch für die “Free Nelson Day tours ” täglich ab 9:30 Uhr.
    LG Ingrid&Dieter

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  6. Ingrid&Dieter

    Hallo an das Weltreiseteam,
    hier nur schnell die Antwort zur Preisfrage.
    Es gibt:
    Einen 12 m Pool
    Freies WLAN
    50 Sky Channals
    Spa Pool
    Kostenlose Gepäckaufbewahrung
    Kostenlose Ortsgespräche
    Kostenlose Sauna
    Kostenlose Kräuter und Gewürze
    Kostenloses Frühstück und eine Abendsuppe
    Was nun das außergewöhnliche ist? Wir vermuten mal die Abendsuppe.
    Der restliche Kommentar zu dem wie immer gelungenen Beitrag folgt.
    LG aus Schwerin Ingrid&Dieter

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